Was ist BEPPO?

BEPPO ist eine bundesweite wissenschaftliche Studie für Kinder und Jugendliche mit Krebs.
Untersucht wird, ob eine gezielt angeleitete Sport- und Bewegungstherapie Kindern helfen kann, die Zeit der Krebstherapie körperlich und seelisch besser zu bewältigen.

Viele Kinder verbringen während der Behandlung viel Zeit im Bett oder sind durch Therapien stark eingeschränkt. BEPPO möchte herausfinden, welche Rolle regelmäßige, kindgerechte Bewegung während der medizinischen Behandlung spielen kann – und wie sie sicher, individuell und alltagsnah umgesetzt werden kann.

An der Studie nehmen 13 kinderonkologische Zentren in ganz Deutschland teil. Die Teilnahme erfolgt freiwillig und immer zusätzlich zur medizinischen Behandlung.

Ein kleiner Astronaut, der gemeinsam mit einem Astronauten-Hund Ball spielt
Eine Sporttherapeuthin die gemeinsam mit einem krebskranken Jungen, der im Patientenbett liegt, spielerisch Bewegungen auffordert. Sie wirft bunte Tücher in die Luft und der Junge muss diese fangen. Ein kleiner Astronaut, der gemeinsam mit einem Astronauten-Hund Ball spielt

Welche Vorteile kann BEPPO haben?

BEPPO untersucht, ob regelmäßige Bewegung während der Krebstherapie dazu beitragen kann,

  • die Beweglichkeit und körperliche Kraft besser zu erhalten,
  • Müdigkeit (Fatigue) zu verringern
  • Nebenwirkungen der Therapie zu bewältigen,
  • die Lebensqualität und das Wohlbefinden zu unterstützen,
  • Kindern mehr Selbstvertrauen und Teilhabe im Alltag zu ermöglichen.

wie läuft beppo ab?

1. Ansprache in der Klinik

Kinder, die erstmalig an Krebs erkranken, werden in der behandelnden Klinik über die Studie informiert. Eltern und Kinder können in Ruhe entscheiden, ob sie teilnehmen möchten.

2. Zufällige Gruppenzuteilung

Die Teilnehmenden werden per Zufall einer von zwei Gruppen zugeteilt:

  • BEPPO-Programm: strukturierte Bewegungstherapie in der Klinik und zu Hause per Video
  • Übliche Versorgung: die unterstützenden Angebote, die an der jeweiligen Klinik normalerweise bestehen. An manchen Kliniken gibt es auch ein Bewegungsangebot.


3. Dauer der Studie

Die Studie läuft sechs Monate.
Im BEPPO-Programm finden 3 bis 5 Bewegungseinheiten pro Woche statt – angepasst an den Gesundheitszustand und die aktuelle Therapiephase. Es gibt einen Nachbeobachtungszeitpunkt ein Jahr nach Einschluss, sodass wir insgesamt ein Jahr Kontakt haben.

ein kleiner Astronaut, der Gewichte stämmt

4. Bewegungsprogramm für die BEPPO Gruppe

  • In der Klinik: persönliche Betreuung durch speziell geschulte Therapeutinnen und Therapeuten
  • Zu Hause: Bewegungseinheiten per sicherer Videoverbindung (Telemedizin) durch speziell geschulte Therapeut:innen, wenn Klinikaufenthalte pausieren
  • Regelmäßige Untersuchungen:
    Alle Teilnehmenden beider Gruppen erhalten zu 4 Terminen verschiedenen Untersuchungen. Diese Untersuchungen geben einen unter Anderem Eindruck darüber:
    • Wie viel Kraft die Teilnehmenden in den Beinen und Händen haben
    • Wie stark das Gleichgewicht ausgeprägt ist
    • Wie die Ausdauerfähigkeit ist
    • Wie viel sich die Kinder in der Freizeit bewegen
    • Wie es den Kindern geht


    Wichtig:
    Die Ergebnisse werden genutzt, um die Auswirkung der BEPPO Studie zu untersuchen.

    Diese Untersuchungen dauern circa 45-60min und werden, wenn möglich, an in der Klinik ohnehin stattfindende Termine gekoppelt.

5. Begleitende Beratung

Familien erhalten zusätzlich Beratung, wie Bewegung im Alltag sicher und sinnvoll integriert werden kann.

Eine krebserkrankte junge Frau auf dem Crosstrainer

Sicherheit & Studienqualität

Die Sicherheit der Kinder steht bei BEPPO an erster Stelle.

  • Alle Bewegungseinheiten werden von speziell geschultem Fachpersonal durchgeführt.
  • Die Übungen sind kindgerecht, individuell angepasst und berücksichtigen den aktuellen Gesundheitszustand.
  • BEPPO orientiert sich an einer medizinischen Leitlinie, die von Fachgesellschaften für Kinderonkologie empfohlen wird.
  • Datenschutz, ärztliche Begleitung und ethische Vorgaben werden strikt eingehalten.

Eltern und Kinder können die Teilnahme jederzeit beenden, ohne dass ihnen daraus Nachteile für die medizinische Behandlung entstehen