Zielgrößen im BEPPO-Projekt

Im Rahmen des BEPPO-Projekts werden unterschiedliche Zielgrößen untersucht, um die Wirksamkeit der sport- und bewegungstherapeutischen Interventionen während der kinderonkologischen Behandlung umfassend zu bewerten. Dabei stehen sowohl direkte Effekte auf die Patientinnen und Patienten als auch strukturelle und gesundheitsökonomische Auswirkungen im Fokus.

ein kleiner Astronaut, der Gewichte stämmt

Projektziele auf direkter Patientenebene

1. Ansprache in der Klinik

Kinder und Jugendliche, die neu an Krebs erkrankt sind, werden in der Klinik über BEPPO informiert. Familien haben ausreichend Zeit, Fragen zu stellen und in Ruhe zu entscheiden.

2. Einverständnis & erste Untersuchungen

Nach Zustimmung finden erste Tests statt. Diese zeigen, wie es dem Kind zu Beginn der Behandlung körperlich und im Alltag geht.

3. Zuteilung per Zufall

Danach erfolgt eine zufällige Zuteilung:

  • entweder zur BEPPO-Bewegungstherapie
  • oder zur üblichen Versorgung der jeweiligen Klinik

Dieses Vorgehen ist wichtig, um die Ergebnisse wissenschaftlich vergleichen zu können.

4. Bewegung über 6 Monate

Kinder in der BEPPO-Gruppe erhalten:

– 3-5 Bewegungseinheiten pro Woche
– in der Klinik und – wenn das Kind zu Hause ist – auch per Telemedizin
– zusätzlich Bewegungsberatungen für die Familie

5. Begleitende Untersuchungen

Während der Teilnahme werden in regelmäßigen Abständen kurze Untersuchungen durchgeführt. So kann gut beobachtet werden, wie sich Bewegung auf Kraft, Mobilität und Wohlbefinden auswirkt.

Förderung der bewegungsassoziierten Mobilität, sozialen Teilhabe und Lebensqualität

Ein zentrales Ziel von BEPPO ist die Verbesserung der Mobilität von Kindern und Jugendlichen während der onkologischen Behandlung. Dazu werden unter anderem Muskelkraft, Gleichgewicht, funktionale Mobilität, Ausdauerleistung und das allgemeine Bewegungsverhalten erfasst. Ergänzend werden Fragebögen zur gesundheitsbezogenen Lebensqualität sowie zur sozialen Teilhabe eingesetzt.

Aufrechterhaltung und Stabilisierung des körperlichen Funktionsstatus

Die körperliche Leistungsfähigkeit wird im Verlauf der Therapie regelmäßig untersucht. Hierzu gehören Messungen der Muskelkraft der unteren und oberen Extremitäten, der Gehfähigkeit, der körperlichen Belastbarkeit sowie koordinativer Fähigkeiten. Ziel ist es, therapiebedingte körperliche Einschränkungen frühzeitig zu erkennen und möglichst zu reduzieren.

Vermeidung von Bewegungsmangel und Förderung des Bewegungsverhaltens

Da viele Kinder während der Krebstherapie nur eingeschränkt körperlich aktiv sind, untersucht BEPPO gezielt das alltägliche Bewegungsverhalten. Erfasst werden unter anderem Aktivitätsniveau, Bewegungsumfang und die Integration von Bewegung in den Alltag. Die Intervention soll dabei helfen, langfristig Freude an Bewegung zu erhalten und Bewegungsmangel vorzubeugen.

Vermeidung bzw. Reduktion der Fatigue-Symptomatik

Fatigue zählt zu den häufigsten und belastendsten Nebenwirkungen einer Krebsbehandlung. Im Projekt werden daher verschiedene Parameter zur körperlichen und psychischen Erschöpfung erhoben. Ziel ist es zu untersuchen, ob regelmäßige Bewegungstherapie zur Verringerung von Fatigue beitragen kann.

Reduzierung der Frailty-Symptomatik

Im BEPPO-Projekt wird zudem die sogenannte Frailty-Symptomatik betrachtet. Diese beschreibt ein Syndrom aus Muskelschwäche, verminderter Gehgeschwindigkeit, Erschöpfung, reduziertem Bewegungsumfang und Gewichtsverlust. Diese Faktoren können mit erhöhten Risiken für Einschränkungen, Krankenhausaufenthalte und langfristige gesundheitliche Folgen verbunden sein. Zur Bewertung werden körperliche Funktionsparameter, Bewegungsdaten und klinische Informationen kombiniert.

Erhöhung der Zufriedenheit mit dem Gesamtbehandlungskonzept aus Sicht der Familien

Die Erfahrungen und Einschätzungen von Kindern, Jugendlichen und ihren Familien spielen eine wichtige Rolle im Projekt. Deshalb werden regelmäßig Rückmeldungen zur Akzeptanz, Umsetzbarkeit und Zufriedenheit mit der sport- und bewegungstherapeutischen Begleitung erhoben.

Projektziele auf struktureller
und ökonomischer Ebene

Nachhaltige Implementierung des bewegungs­therapeutischen Interventions­programms in die pädiatrisch-onkologische Regelversorgung

Ein langfristiges Ziel von BEPPO ist die nachhaltige Verankerung strukturierter Sport- und Bewegungstherapie in der kinderonkologischen Versorgung. Dabei orientiert sich das Projekt an den Empfehlungen der AWMF S2k-Leitlinie „Bewegungsförderung und Bewegungstherapie in der pädiatrischen Onkologie“. Untersucht wird unter anderem, wie sich die Intervention in bestehende Versorgungsstrukturen integrieren lässt und welche Voraussetzungen hierfür notwendig sind.

Eine krebskranke Jugendliche, die eine Übung auf der Beinpresse durchführt

Reduktion der Gesamtbehandlungskosten

Neben medizinischen Effekten werden auch gesundheitsökonomische Aspekte analysiert. Dabei wird untersucht, ob durch die Förderung von Mobilität, die Reduktion von Nebenwirkungen und eine frühzeitige Wiedereingliederung in Alltag, Schule und soziale Aktivitäten langfristig Behandlungskosten reduziert werden können. Hierzu werden unter anderem Routinedaten zu stationären Aufenthalten, ambulanten Behandlungen und weiteren Gesundheitsleistungen ausgewertet.

Publikationen im BEPPO Projekt

Auf dieser Seite informieren wir fortlaufend über die wissenschaftlichen Zielgrößen und Ergebnisse des BEPPO-Projekts. Darüber hinaus werden hier sukzessive wissenschaftliche Publikationen und weiterführende Veröffentlichungen rund um BEPPO ergänzt und verlinkt.

Ein kleiner Astronaut, der gemeinsam mit einem Astronauten-Hund Ball spielt