Wissenschaftliche Grundlagen
Bewegung während einer Krebstherapie wird zunehmend in Leitlinien und Studien thematisiert.
Gleichzeitig fehlen bislang einheitliche Konzepte für die praktische Umsetzung im Versorgungsalltag.
Auf dieser Seite werden die wissenschaftlichen Grundlagen von BEPPO dargestellt – einschließlich bestehender Leitlinien, aktueller Evidenz und der Versorgungslücke, die die Studie adressiert.
Leitlinien
Die aktuelle S2k-Leitlinie empfiehlt individuell angepasste Bewegungs- und Sportangebote für Kinder und Jugendliche mit Krebs, um körperliche und psychische Belastungen zu reduzieren, die Lebensqualität zu verbessern und die Teilhabe am Alltag zu fördern.
Internationale und nationale Fachgesellschaften empfehlen Bewegung zunehmend als unterstützende Maßnahme während und nach einer Krebstherapie im Kindes- und Jugendalter.
Diese Leitlinien () weisen darauf hin, dass:
- angepasste körperliche Aktivität sicher durchgeführt werden kann,
- Bewegung positive Effekte auf Kraft, Ausdauer und Beweglichkeit hat,
- und sie zur Stabilisierung der Lebensqualität beitragen kann.
Gleichzeitig zeigen die Leitlinien, dass:
- konkrete Umsetzungsmodelle fehlen,
- standardisierte Programme selten verfügbar sind,
- und belastbare Versorgungsdaten bislang begrenzt sind.
BEPPO greift diese Empfehlungen auf und überprüft ihre Umsetzung im klinischen Alltag.
Evidenz zur Bewegungstherapie
Zahlreiche Studien deuten darauf hin, dass Bewegungstherapie bei krebskranken Kindern und Jugendlichen positive Effekte haben kann.
Untersucht wurden unter anderem:
- Muskelkraft und körperliche Leistungsfähigkeit,
- Erschöpfung (Fatigue),
- Mobilität und funktionelle Fähigkeiten,
- psychosoziale Aspekte wie Wohlbefinden und Selbstvertrauen.
Die bisherige Studienlage ist jedoch häufig:
- auf kleine Fallzahlen beschränkt,
- methodisch heterogen,
- oder nicht ausreichend in den Versorgungsalltag eingebettet.
Die BEPPO-Studie setzt hier an, indem sie:
- ein einheitliches Bewegungsprogramm nutzt,
- standardisierte Messinstrumente einsetzt,
und die Intervention in die reale Versorgung integriert.
Die 2026 veröffentlichte ACSM-Konsensstellung () zur Bewegung bei Kindern und Jugendlichen mit Krebs unterstreicht, dass körperliche Aktivität ein wichtiger Bestandteil der unterstützenden Behandlung sein sollte. Die wissenschaftliche Auswertung von mehr als 12.000 Studien zeigt, dass individuell angepasste Bewegungsprogramme sicher durchführbar sind und insbesondere Muskelkraft, körperliche Funktion und Ausdauer verbessern können. Empfohlen werden altersgerechte Bewegungsangebote aus Ausdauer- und Krafttraining, die regelmäßig und unter fachlicher Anleitung stattfinden. Die Expertinnen und Experten betonen, dass längere Inaktivität möglichst vermieden werden sollte und Bewegung von der Diagnose bis weit über die Therapie hinaus zur Förderung von Gesundheit, Selbstständigkeit und Lebensqualität beitragen kann.
Warum Beppo notwendig ist
Trotz wachsender wissenschaftlicher Hinweise ist Bewegungstherapie bislang kein fester Bestandteil der kinderonkologischen Regelversorgung in Deutschland.
Häufig fehlt:
- eine klare Struktur für die Umsetzung,
- eine gesicherte Finanzierung,
- und eine enge Verzahnung von Therapie und Forschung.
BEPPO wurde entwickelt, um diese Lücke zu schließen und belastbare Grundlagen für zukünftige Versorgungskonzepte zu schaffen.
Versorgungslücke in Deutschland
In Deutschland erhalten Kinder und Jugendliche während einer Krebstherapie sehr unterschiedliche bewegungstherapeutische Angebote – abhängig vom Behandlungsort und den vorhandenen Ressourcen.
Es gibt:
- keine flächendeckend standardisierten Programme,
- keine einheitlichen Qualitätskriterien,
- und nur begrenzte wissenschaftliche Begleitdaten.
Die BEPPO-Studie adressiert diese Versorgungslücke, indem sie:
- ein strukturiertes, bundesweit einheitliches Konzept testet,
- Versorgung und Forschung systematisch verbindet,
- und Erkenntnisse für eine mögliche spätere Regelversorgung liefert.