Evaluation der BEPPO-Studie

Die Evaluation der BEPPO-Studie bildet einen zentralen Bestandteil des Gesamtprojekts. Ziel ist es, die Wirksamkeit, Wirtschaftlichkeit und praktische Umsetzbarkeit der sektorenübergreifenden Sport- und Bewegungstherapie bei Kindern und Jugendlichen während einer onkologischen Behandlung wissenschaftlich fundiert zu untersuchen.

Die Evaluation erfolgt interdisziplinär und wird von erfahrenen wissenschaftlichen Einrichtungen begleitet. Die statistische und methodische Evaluation wird durch das Institut für Medizinische Statistik und Bioinformatik der Universität zu Köln durchgeführt. Die gesundheitsökonomische Evaluation verantwortet das Institut für Gesundheitsökonomie und Klinische Epidemiologie der Universität zu Köln. Ergänzend unterstützt das Institut für Epidemiologie und Präventivmedizin der Universität Regensburg das Projekt insbesondere im Bereich Datenmanagement, Datenerfassung und Datenqualität.

Eine Sporttherapeuthin die gemeinsam mit einem krebskranken Jungen, der im Patientenbett liegt, Bewegungsübungen durchführt

Wissenschaftliche Zielsetzung der Evaluation

Im Mittelpunkt der Evaluation steht die Frage, ob die BEPPO-Intervention die bewegungsassoziierte Mobilität von Kindern und Jugendlichen während der Krebstherapie verbessern kann. Dabei wird untersucht, ob eine strukturierte, individualisierte und teilweise telemedizinisch unterstützte Bewegungstherapie körperliche Einschränkungen, therapiebedingte Nebenwirkungen und psychosoziale Belastungen reduzieren kann.

Die Studie vergleicht hierzu zwei Gruppen miteinander:

  • die „BEPPO-Interventionsgruppe“ mit einer strukturierten Sport- und Bewegungstherapie,
  • sowie eine Kontrollgruppe mit den jeweiligen standortspezifischen Bewegungs- und Versorgungsangeboten („Usual Care“).

Die Evaluation erfolgt im Rahmen einer randomisierten kontrollierten Studie (RCT) mit insgesamt 346 Patientinnen und Patienten an 13 kinderonkologischen Zentren in Deutschland.

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Erhebung medizinischer und funktioneller Zielgrößen

Zur Bewertung der Wirksamkeit werden zahlreiche körperliche, funktionelle und psychosoziale Parameter erhoben. Dazu gehören unter anderem:

  • Muskelkraft der unteren und oberen Extremitäten,
  • funktionale Mobilität und Gleichgewicht,
  • Ausdauerleistung,
  • Bewegungsverhalten,
  • Fatigue-Symptomatik,
  • gesundheitsbezogene Lebensqualität,
  • Nebenwirkungen und therapieassoziierte Belastungen,
  • soziale Teilhabe,
  • sowie die Entwicklung eines sogenannten Frailty-Scores.


Ein besonderer Fokus liegt auf der Beinkraft, da diese als zentrale Voraussetzung für Mobilität und selbstständige Alltagsbewältigung gilt. Die verschiedenen Untersuchungen und Assessments erfolgen zu mehreren Zeitpunkten während und nach der Intervention, um Veränderungen über den gesamten Therapieverlauf hinweg erfassen zu können.

Ein Sporttherapeut und ein krebskrankes Mädchen wie sie im Patientenzimmer sitzen und einen Elbogencheck geben
Eine krebskranke Jugendliche, die eine Übung auf der Beinpresse durchführt

Gesundheits­ökonomische Evaluation

Neben den medizinischen Zielgrößen untersucht BEPPO auch die gesundheitsökonomischen Auswirkungen der Intervention. Dabei wird analysiert, ob eine frühzeitige und strukturierte Bewegungstherapie langfristig zur Reduktion von Behandlungskosten beitragen kann.

Hierzu werden unter anderem Daten zu:

  • stationären Aufenthalten,
  • ambulanten Behandlungen,
  • Arzneimittelversorgung,
  • Heil- und Hilfsmitteln,
  • Pflegeleistungen,
  • Rehabilitation,
  • sowie weiteren Versorgungskosten

wissenschaftlich ausgewertet.

Die gesundheitsökonomische Evaluation erfolgt aus Perspektive der gesetzlichen Krankenversicherung und soll Erkenntnisse darüber liefern, ob die Intervention nicht nur medizinisch sinnvoll, sondern auch nachhaltig wirtschaftlich umsetzbar ist.

Prozess­evaluation und Implemen­tierbarkeit

Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Evaluation ist die sogenannte Prozessevaluation. Sie untersucht, wie gut sich die Intervention im klinischen Alltag umsetzen lässt und welche Faktoren die Durchführung fördern oder erschweren.

Hierzu werden sowohl quantitative Daten als auch qualitative Interviews mit:

  • Patientinnen und Patienten,
  • Eltern und Familien,
  • Ärztinnen und Ärzten,
  • Sport- und Bewegungstherapeutinnen und -therapeuten,
  • sowie weiteren Mitarbeitenden der beteiligten Zentren

erhoben und ausgewertet.

Im Fokus stehen dabei Fragen zur Akzeptanz der Intervention, zur praktischen Umsetzbarkeit im Alltag der Familien sowie zur langfristigen Integration in bestehende Versorgungsstrukturen.

Ein junges krebskrankes Mächen, das sich in einem Raum mit vielen Übungsutensilien befindet und mit einem Ball spielt

Ziele der Evaluation

Mit der umfassenden Evaluation soll wissenschaftlich überprüft werden, ob die BEPPO-Intervention einen nachhaltigen Mehrwert für Kinder und Jugendliche mit Krebs bietet. Gleichzeitig sollen die gewonnenen Erkenntnisse dazu beitragen, Sport- und Bewegungstherapie langfristig stärker in die pädiatrisch-onkologische Regelversorgung in Deutschland zu integrieren.