Das BEPPO-Bewegungsprogramm
Das BEPPO-Bewegungsprogramm bildet den Kern der Intervention und ist modular aufgebaut.
Es kombiniert Bewegungstherapie in der Klinik, telemedizinische Angebote und strukturierte Bewegungsberatung.
Hier stellen wir die einzelnen Module sowie deren Zusammenspiel vor und zeigen, wie sie praktisch umgesetzt werden.
Modul A: Bewegungstherapie in der Klinik
Die Bewegungstherapie im Kliniksetting bildet das Kernmodul des BEPPO-Programms.
Die Einheiten:
- finden supervidiert statt (1:1 oder 1:2 Betreuung)
- werden auf Station, in der Ambulanz oder Tagesklinik durchgeführt
- sind individuell angepasst an Alter, Diagnose, Therapiephase und Tagesform
Inhaltlich kombinieren die Einheiten:
- Kraft
- Ausdauer
- Koordination
- Beweglichkeit
- spielerische und wahrnehmungsorientierte Elemente
Therapiebedingte Nebenwirkungen (z. B. Fatigue, Polyneuropathie, Infektanfälligkeit) werden gezielt berücksichtigt und fließen in die Trainingssteuerung ein.
Zur Sicherstellung einer einheitlichen Qualität:
- sind alle Therapeut*innen durch die BOP-Schulung qualifiziert
- erfolgt die Umsetzung anhand standardisierter SOPs und Übungskataloge
- werden die Einheiten modular dokumentiert
Modul B: Telemedizinische Bewegungstherapie
Modul B erweitert die Bewegungstherapie über das Kliniksetting hinaus und ermöglicht eine sektorenübergreifende Versorgung während der Aufenthalte zu Hause.
Die telemedizinischen Einheiten:
- finden online via Telemedizin über eine sichere Verbindung auf der BEPPO-Homepage zu individuell vereinbarten Zeiten statt
- werden live durch Therapeut*innen supervidiert
- sind terminlich flexibel und individuell abgestimmt
Ziel ist es, Versorgungslücken zwischen stationären und häuslichen Phasen zu vermeiden und die Bewegungstherapie kontinuierlich fortzuführen.
Wenn telemedizinische Einheiten nicht möglich oder nicht gewünscht sind:
- werden individuelle Therapiepläne zur Eigenumsetzung erstellt
- erfolgt eine begleitende Unterstützung telefonisch oder bei Klinikbesuchen
Für die Durchführung zu Hause erhalten die Patient*innen notwendiges Trainingsmaterial über den BEPPO-Turnbeutel.
Modul C: Bewegungsberatung
Die Bewegungsberatung ergänzt die praktischen Therapieeinheiten um einen familien- und ressourcenorientierten Ansatz.
Im Verlauf der Intervention finden vier strukturierte Bewegungsberatungen statt. Diese dienen dazu:
- Bewegungsressourcen und -barrieren zu identifizieren
- realistische, alltagstaugliche Bewegungsziele zu entwickeln
- Familien im Umgang mit Bewegung während und nach der Therapie zu stärken
Die Beratung orientiert sich an etablierten Konzepten (u. a. CARE for CAYA) und nutzt strukturierte Gesprächsleitfäden.
Ein besonderer Fokus liegt auf:
- Der engen Bindung an die Bewegungstherapie während der Intervention
- der langfristigen Bewegungsförderung
- und perspektivisch auch die sportlichen Aktivitäten nach der Erkrankung
Ablauf & Integration in bestehende Prozesse
Das BEPPO-Bewegungsprogramm ist so konzipiert, dass es sich in bestehende kinderonkologische Versorgungsstrukturen einfügt.
Zentrale Merkmale:
- klare Rollenverteilung zwischen Bewegungstherapie, Medizin, Pflege und Studienkoordination
- enge Abstimmung mit dem interprofessionellen Behandlungsteam
- strukturierte Dokumentation und regelmäßige Assessments
- flexible Anpassung an klinische Abläufe und Therapiepläne
Die Bewegungstherapie ergänzt die bestehende Versorgung gezielt und ersetzt keine bestehenden Therapien.
Sie schließt eine identifizierte Versorgungslücke zwischen Physiotherapie, medizinischer Behandlung und Rehabilitation.